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Die Rose, die du mir versprachst,
von Dornen besät, sie fesselt mich,
gräbt sich tief unter meine Haut,
bis sie mein Herz dann zersticht.

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Saure Butter

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Saure Butter, die auf der Zunge zerschmilzt.
Wie klanglose Worte, die ich klingen lassen will.
Kann großer Bedeutung keinen Ausdruck geben,
denn Seile, die wirr meinen Körper umweben
spannen sich tief ins Fleisch hinein.
Ich wage es nicht, zu schreien.
Niemals! Nie wieder!
Diese Ketten sind kalt.
Bittere Starre auf nassem Asphalt.
Und immer weiter schneiden sie ein.
Ich lasse sie schneiden, mein Blut schmeckt nach Wein.
Nur manchmal, wenn der Schmerz plötzlich zieht,
den Knochen nahe erklingt dieses Lied,
dann beiße ich mir die Lippen auf.
Selten entflieht etwas daraus.
Und wenn es entflieht, dann reißen sie weiter,
die Butter zu schlucken ist viel zu oft leichter.
Schlucken und hoffen, dass die Seile zerreißen,
denn die Hand, die sie hält, will ich nicht abweisen.

Verblenden

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Ihr Blick war müde und kraftlos,
starrte direkt in die Sonne, fixiert.
Stundenlang, tagelang, monatelang gleißendes Licht, brennendes Licht.
Die Sonne, sie war irgendwie immer da. Das Licht. Ihre fahlen Augen krallten sich daran fest.
Oder die Sonne krallte sich an ihren fahlen Augen fest. Wer weiß?
Die Zeit stahl ihr Augenlicht und genau das war es, was sie weiter fesselte. Je mehr die Blindheit sie einholte, desto mehr ließ sie sich blenden. Verblenden.
Die Dunkelheit kannte sie noch irgendwoher. Die Stille der Nacht. Die Sterne, die nur in der ruhigen Schwärze zu sehen waren. Sie war einst erholsam.
Und nun, wo sie nicht einmal mehr das Licht der Sterne sehen konnte, oder den Schein des Mondes, war sie ganz allein in einer endlosen weiten Leere. Nichts, was sie greifen konnte. Nichts, was sie hielt.
Sie starrte in die stille Nacht hinein, stundenlang, tagelang, monatelang. Ein suchendes, sehnsüchtiges Starren fahler Augen. Eine Paralyse ausgebrannten Lichts. Und dahinter, zehn tosende Meere. Zwanzig. Fünfzig.
Es dauerte sehr lange, bis ihre Augen die Dunkelheit wieder zu lesen lernten. Und die Meere einen Spiegel formten.
Konnte wieder den Mond und die Sterne sehen. Die Sonne.
Und als das Licht der Sonne kam, starrte sie weiter, immer erschöpfter. Hungerte dann dennoch wieder immer mehr nach dem Dunkel.
Ein Wechselbad der Extreme. Zwischen Verblendung und Blindheit. Zwischen Fülle und Leere. Zwischen ausgesaugt und überfüllt. Tag und Nacht. Ebbe und Flut.
Stundenlang.
Tagelang.
Jahrelang.
Und vielleicht bis zum Ende ihres Lebens.
Vielleicht.

Immernoch zu viel

Ich wiege 54 Kilo.
Ich will doch nur, dass sie mich einmal anlächelt. Diese Frau im Spiegel.
Wenn ich nur 50 Kilo wiegen würde, dann lächelt sie mich an. Bestimmt.
2 Wochen später wiege ich 52 Kilo. Die Hälfte ist geschafft, aber sie lächelt immernoch nicht. Nicht mal ein bisschen.
Ich bin ihr immernoch nicht gut genug.
Und selbst als ich 50 Kilo wog, hat sie immernoch nicht gelächelt. Es ist ja auch kein Wunder, wenn da noch so viel Überflüssiges an mir hängt.
Ich muss es loswerden.
Ich will dieses Lächeln, aber sie regt sich nicht. Sie ist eiskalt.
Irgendwann kann ich ihr genügen, irgendwann lächelt sie.
Vielleicht.

Die instabile Persönlichkeit

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Die instabile Persönlichkeit,
die ständig nach Versagen schreit.
Die immer das alte Loch bespäht
und sich deshalb nur im Kreise dreht.

Die instabile Persönlichkeit,
der Befreiung stets unmöglich scheint.
Denn die Hilfe von außen hilft ihr nicht.
Und splitternde Spiegel verzerren ihr Gesicht.

Die instabile Persönlichkeit,
der kleinste Schritt scheint ihr zu weit.
Weil sie eigentlich ganz woanders steht,
und im Vergangenen wertende Kreise dreht.

Wege

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Ich stehe vor einem Dschungel
und zwei Wegen, die durch ihn hindurch führen.
Der Wächter vor dem einen Weg sagt mir,
ich sei zu schlecht für diesen Weg.
Der Wächter vor dem anderen sagt mir,
ich sei zu gut für seinen.
Und so bleibe ich an der Gabelung stehen
und weiß nicht, wohin ich gehen soll.
Und ich entschließe mich,
einen Schritt zurück zu gehen.
Sehne mich nach der Blindheit
und der bergenden Leere,
die mich die Wächter vergessen lässt,
und mir das Gefühl gibt,
etwas zu sein.
Etwas zu haben, das ich brauche.
Die Kontrolle,
die ich über diese Wege nicht habe.
Die Kontrolle,
mich selbst zu verbessern.
Bis ich genug bin.

Löwenherz

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Sie ist doch so stark
und sie schafft das alleine.
Kämpft alleine.
Gewinnt alleine.
Ihr Löwenherz splittert
von Zeit zu Zeit,
und sie heilt es alleine.
Füttert es alleine.
Und er sagte ihr, sie braucht seine Hand nicht,
weil sie sich allein so stark aus den Krisen lenkt,
dabei wünschte sie sich nichts mehr sehnlich,
als einmal einen, der ihre Tränen auffängt.